Donnerstag, 17. April 2008

Wiederkehrende Träume ...

Immer wieder, immer wieder habe ich den gleichen Traum ...
wir leben in einer Wohnung, relativ weitläufig, sehr hell ...
und dann gibt es ein Zimmer zu dem man weit laufen muß,
eine lange Treppe hinauf.
In diesem Zimmer liegt viel Spielzeug auf dem Boden und
man gelangt in ein weiteres Zimmer. Ich weiß ich befinde
mich in SIMONS Zimmer ... aber er ist nicht da und
gleichzeitig ist er doch anwesend.
Wenn ich aus diesen Träumen aufwache bin immer sehr
bedrückt und traurig ...
und gleichzeitig weiß ich,
ich laufe in meinem eigenen ICH unher auf der Suche nach
meinem Simon.
ich hab ihn gut versteckt, tief versteckt ...
um im Alltag zu bestehen, zu funktionieren ... für EUCH

und dann bekomme ich zu hören meine Trauer wäre
nicht ehrlich, aufrichtig ...
das sitzt ....

was wißt ihr denn schon wirklich :-(

Dienstag, 1. April 2008

Z E I T


die ZEIT ...
auf schnellen schwingen ...
eilt dahin ...
oder schleicht sie nur?

warum rennt sie davon, wenn ich sie anhalten will?
warum steht sie still, wenn ich ungeduldig bin?

warum läßt sie mir keine zeit zu trauern?
warum erlöst sie mich nicht aus der verzweifelung?

leben in der mitte der ZEIT,
die wege sind da und stets bereit,
mach ich mich auf, nach dir zu suchen
und finde Dich tagtäglich ...
in dingen die passieren,
die mich berühren, bewegen und verändern

wie gerne würde ich noch mein,
unser aller leben mit Dir teilen,
Dir noch so viel sagen und zeigen,
soviel liebe schenken,

glaubte ich doch, wir hätten noch so viel ZEIT ...

ich schenke dir jetzt ein bisschen ... ZEIT
... weil du das jetzt liest

889 Tage ohne Simon

Dienstag, 4. März 2008

Nichts

Die Angst steht
- wie ein Mörder -
hinter der Tür

Wer im "Nichts" lebt
kämpft oder geht unter

Der Schmerz kommt
- wie der Hunger -
tief und bohrend

Wer vom "Nichts" lebt
hat eigene Werte oder gar keine

Die Verzweiflung bleibt
- wie die Hoffnung -
fest verwurzelt

Wer mit dem "Nichts" lebt
findet Frieden in sich oder gar nicht

Wieso muss ich so viele Wege ohne dich gehen?

Ich bin im Dunkeln
und sehe kein Licht
will weder vor
noch zurück
Habe keine Alternativen
und wohl auch keine Chance

... meine Seele ist gefangen,
im "Nichts".

(c) 2008 Claudia Staemmler

Montag, 25. Februar 2008

Stille, Leere, Gedanken ...



















Stille, Leere, Gedanken ...


Einsamkeit - erfüllt schreiend den Raum
Gleichgewicht - gerät taumelnd ins Wanken
Seelen - huschen verschwommen vorbei im Traum

Ruhe - bleiernd die Seelenruine bedeckt
Geister - welche längst davon geflohen
Erinnerungen - rieseln im Sande vesteckt
Wind des Vergessens - weht sie davon

Worte - die fortan erstillen
Münder - die am Tage schweigen
Schritte - gehen schwer voran
Leichtigkeit - kehrt hämisch mir den Rücken

Kraft - die eingeschlafen ist
Qualen - schüren das Seelenfeuer
Tränen - die nicht löschen
Hoffnung - welche den Mut verlor ...

nur mit sich selbst vereint,
geht der Weg nach vorn.

(c) 2008 Claudia Staemmler

Donnerstag, 14. Februar 2008

Traumtränen

Tränen die kein Ende nehmen,
ein Meer in dem ich zu ertrinken droh.
All mein Schmerz,
all die unausgesprochenen Worte,
ziehen mich auf den Grund,
rauben mir meine Kraft.
Getrübt sind meine Gedanken,
verschwommen die Bilder von dir.
Hilflos sinke ich nieder,
zu schwach um mich dagegen zu wehren,
Stimmen begleiten mich auf dem Weg,
bringen Erinnerungen ans Tageslicht zurück,
erzählen Geschichten aus meinen Träumen.

Sag mir woraus deine Träume sind.
Sind sie aus feinem weißen Sand
der in der Sonne glitzert
und mit dem Meer verschwimmt?
Sind sie aus hellen gläsernen Seifenblasen
die durch die Luft schweben
und sich auch von dem Wind
nicht aufhalten lassen?
Woraus sind deine Träume?
Sind sie aus Wolken
auf denen du schwebst
lassen sie die Sonne hindurch schimmern?
Sind sie aus Regentropfen
die vom Himmel fallen
und sich wieder im Meer vereinen?
Woraus sind deine Träume?

Schreiend vertreibe ich meine Träume aus meinen Gedanken,
bekämpfe die Schmerzen in meinem Herz.
Dunkel und trübe wird das Wasser,
schwächer die Schläge von meinem Herz,
weniger die Luft in meinen Lungen.
Traurig blicke ich in die Tiefe.
Ich trage dich, warum weiß ich nicht.
Halte dich Stunde um Stunde im Arm,
sehe dich von Angesicht zu Angesicht.
Schweißgebadet erwache ich,
Tränen laufen meine Wangen entlang,
ich will schreien ... und schweige

Gedanken immer noch bei dir,
immer und immer wieder

(c) 2008 Claudia Staemmler

Mittwoch, 23. Januar 2008

Neue Wege

Lange lange ist es her, seit dem letzten Eintrag auf diesem Blog. Meine Gedanken sind oft bei dir, Simon, du würdest dieses Jahr 16 werden. Wie sähst du wohl aus? Lange Haare? Wie würde sich deine Stimme verändert haben? Ob du wohl eine Freundin gefunden hättest? Den ersten Kuss bekommen?
Immer noch bist du der erste Gedanke wenn ich aufwache und der Letze wenn ich einschlafe. Es ist nicht mehr der brennende Schmerz wie am Anfang, doch immer noch weine ich ... und habe unendliche Sehnsucht nach dir. Immer noch wünsche ich mir ich könnte diesen Tag ungeschehen machen. Der Schmerz hat sich gewandelt, er drückt. Genau wie auch meine Umgebung. Das Thema "Simon" wird nun oft gemieden, es tut zu weh ... ich kann es verstehen und gleichzeitig nicht Begreifen das ich nicht mehr über dich sprechen soll.
Deine Sachen stehen im Keller, seit dem Tag des Auszugs aus Hasselsweiler nicht mehr angerührt. Ich traue mich nicht deine Lieblingsshirt auszupacken oder den ungewaschenen Schlafanzug, den du am 25-ten zurück gelassen hast. Zu Groß wäre der Schmerz und immer noch sitzt der "Schrei" in mir und kann nicht herraus.
Zuletzt habe ich mich so in meine Welt verannt, zurückgezogen das ich glaubte nichts mehr zu fühlen.
Viel ist passiert, zuviel ... Menschen die ich liebe und die mir unendlich viel Bedeuten, habe ich sehr verletzt und vor den Kopf gestoßen. Ich hoffe das sie mir verzeihen können ...
In eine Sackgasse war ich gelaufen auf meinem Weg, durch das Labyrinth der Trauer, das ich ein Stück weit hinter mir gelassen wähnte. Gedacht, ach was kümmern mich die Anderen, die brauche ich doch nicht.
Aber schon nach kurzer Zeit merkte ich wie sehr ich die "Anderen" und auch jemanden ganz speziell brauche. Wie gut es tut einfach mal kurz in den Alltag abzutauchen und es nicht zu bereuen mal "nicht" an dich gedacht zu haben. Simon, glaube mir deinen Platz in meinem Herzen kann dir niemand streitig machen. Du bist ganz tief in meinem Herzen drin und dieser Platz gehört dir allein.
Nun versuche ich einen anderen Weg, einen gemeinsamen ... nicht allein. Einen neuen Weg!

Dienstag, 18. Dezember 2007

Dein Lachen werde ich nie vergessen
Es ist tief in meinem Herzen
Die Erinnerungen
Sind der Schatz
Der mir von dir geblieben ist
Niemand kann mir das wegnehmen
Nicht einmal der Tod

Ich sehe dich noch die Treppe herunterkommen
Verschlafen ...
Du umarmst mich,
Wir stehen Minuten so da
Mir das letzte Lächeln in diesem Leben schenkend

Bevor du gingst an diesem Morgen
Schautest du mich an
Noch ein letztes Mal
Du sahst traurig aus
Als ob du es geahnt hättest
Dass wir uns zum letzten Mal sehen

Immer und immer wieder
Sehe ich dich über die Strasse laufen
Dich noch ein letztes Mal umdrehend zu mir
Mit einem Lächeln auf den Lippen
Wie du mir zuwinkst
Ein letztes Mal

Heute wünsche ich mir
Ich hätte dich fest gehalten
Mit aller Kraft versucht
Dich vor deinem Schicksal zu bewahren
Die Zeit still stehen lassen ...

Du fehlst mir so unendlich

Sonntag, 16. Dezember 2007

Candle Lighting Day 2007 - Wunderbare Worte

Liebe Familien, liebe Menschen heute Abend hier in der Christuskirche,

es ist schwer Worte zu finden, ein tröstliches Wort zu richten an Menschen,
die so einen schweren Verlust erlitten haben.
Bei Manchen von ihnen trotz vielleicht mehrerer Jahre ist die Wunde immer noch so offen und es tut so weh.
Das schlimmste haben sie erlebt was Menschen erleben können. Das, wovor alle Eltern Angst haben vom ersten Moment an, indem man von seinem Kind weiß: Dass man es wieder verlieren kann. Dass man es vielleicht wieder hergeben muss. Es uns entrissen wird und man weiterleben muss mit diesem Verlust:

Vor dem eignen Tod ist mir nicht bang, nur vor dem Tode derer die mir nah sind. Wie soll ich leben wenn sie nicht mehr da sind?
Bedenkt den eignen Tod, den stirbt man nur. Doch mitd em Tod der andern muss man leben.

Leben müssen sie mit dem Tod eines Sohnes, einer Tochter- wie lange es auch her sein mag- wie alt ihr Kind auch gewesen ist zum Zeitpunkt seines Todes. Das bringt uns heute hier zusammen. Menschen, die in dieser Erfahrung zusammengehören.
Was kann trösten. Was kann das Herz erreichen. Was hat getröstet in den vergangenen Monaten oder Jahren.
Hat es überhaupt einen Trost geben können?
War es der Glaube?
War es Gott?
Waren es biblische Worte wie die der Seligpreisungen: Selig sind die da Leid tragen denn sie sollen getröstet werden- sich daran festhalten können dass es irgendwann Gott einen Trost gibt.

Oder die Hoffnung, dass die Kinder, die Ihnen entrissen wurden nicht vergessen sind- bei ihnen nicht und nicht bei Gott. Dass keiner verschwindet namenlos im Nirgends und nie....wie ein Dichter und glaubender Mensch sagt.
Oder die Hoffnung, von der Menschen erzählen, die auf diesem, Weg waren und zurückgekehrt sind- von einem Ort an dem es Hell war und geborgen, friedlich und schön- dass die Kinder es dort gut haben bis wir selbst eines Tages dorthin gelangen?

Aber es bleibt die Trauer um die Trennung, das Nicht -mehr –erreichen- können, das Nie- auch das nie erfahren, was aus ihnen geworden wäre,
Welches Gesicht welche Persönlichkeit die noch ganz kleinen geworden wären, ihr Wachsen, ihr Werden sehen, ihre Talente, ihre Gaben. Bei den älteren Kindern was sie beruflich gemacht hätten, ihr erstes Verliebtsein, ihre Träume teilen, ihre Wege mitgehen bis ins erwachsenen alter.
Bei denen die als erwachsene Kinder starben- zu wissen in Ihnen geht das Leben weiter wenn unseres zuende geht. Wenn sie geheiratet hätten, wenn sie sie zu Großeltern gemacht hätten, wenn sie am Ende für Sie hätten da sein können und sie einfach bis ins hohe Alter an ihrem Leben hätten Teilhaben können.
Ja, die Trauer bleibt, die unendliche Trauer und sicher auch die Dankbarkeit für die geschenkte Zeit. Aber die Trauer, dass diese abbrach und nicht fortzuführen ist bleibt. Die Zeit ist zu Ende in den Korb der Erinnerung gemeinsam erlebtes zu sammeln.

Ich habe ihnen eine Geschichte mitgebracht, eine Geschichte geschrieben von einem trauernden Menschen- wir fanden sie in einer Zeitschrift für verwaiste Eltern.

Es war einmal eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bam Wegrand sah sie plötzlich eine zusammengekauerte Gestalt. Die kleine Frau bückte sich hinunter und fragte die andere: Wer bist du? Zwei fast leblose Augen sahen sie an und antworteten: Die Traurigkeit. Warum flüchtest du nicht vor mir. Hast du denn keine Angst? Alle flüchten vor mir, damit sie es nicht mit mir zu tun bekommen.
Ach sagte die andere, du weißt doch selbst zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Warum also sollte ich fliehen. Sag mir lieber was mit dir ist.
Ach, sagte die Traurigkeit, es ist nun mal meine Bestimmung unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen, aber sobald sie mich sehen schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest. Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Traurigkeit, Papperlapapp. Das Leben geht weiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: gelobt sei was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen und spüren das Reißen in Schultern und Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen. – Oh ja, sagte die andere, solche sind mir oft begegnet.
Dabei, fuhr die Traurigkeit fort will ich den Menschen nur helfen Wenn ich ganz nah bei ihnen bin können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde….Nur wer die Trauer zulässt und all die Tränen weint kann seine Wunden heilen lassen. Doch die Menschen wollen nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen ins Gesicht. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.
Die Traurigkeit hörte auf zu reden und schwieg. Sie sank immer mehr in sich zusammen. Die kleine Frau nahm sie in die Arme, wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und st5eichelte das zitternde Bündel. Weine nur, sagte sie, und dann ruh dich aus, damit du Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine gehen. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.
Erstaunt richtete sich die Traurigkeit auf, hörte auf zu weinen und fragte: Aber wer bist du- eigentlich?
Ich sagte die kleine Frau und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. Ich bin die Hoffnung..


Die Hoffnung. Wäre das schön, wenn die Traurigkeit und Trauer den Wegbegleiter Hoffnung fände.

Hoffnung, damit die Trauer nicht mutlos macht, nicht bitter werden lässt, nicht die Kraft für den weiteren Weg nimmt.
Aber was kann die Hoffnung sein für Menschen in Ihrer Lebenssituation, da es nie mehr werden kann wie es war. Da niemals das geliebte Kind zurückkehrt. Da die Zukunft ohne diesen Menschen und seine Liebe gelebt werden muss.

Hoffnung, dass der Weg weitergeht?
Dass das geliebte Kind bei Gott ist und nicht im Nirgendwo verloren.
Hoffnung auf ein Wieder finden irgendwann. „Wenn ihr dahin kommt wohin ich gegangen bin werdet ihr euch fragen warum ihr geweint habt?“
Hoffnung, dass es dem geliebten Kind gut geht, da wo es jetzt ist.
Hoffnung.

Dass bei Gott alle Menschen sind, die, die gegangen sind und die, die zurück bleiben müssen, bei ihm, der um sie weiß, ihren Namen, ihre Gestalt, ihre Persönlichkeit kennt und der ans Ziel führt was hier nicht werden konnte sondern abbrach, so unvollendet.
Und keiner weiß warum.

Und vielleicht auch diese Hoffnung, dass wir eines Tages auf unsere unbeantworteten Fragen eine Antwort bekommen. Solange möge er ihnen allen Kraft geben auf ihrem Weg der Trauer und Hoffnung, die nicht aufhören möge mit ihnen zu gehen. Amen

(c) 2007 Pfarrerin K.Latour

Candle Lighting Day 2007 - Lichter


Candle Lighting Day 2007 - Pünktchen


Dieses Licht habe ich im Namen meiner Freundin angezündet. Und auf diesem Blog, scheint es nun ganz nah bei meinem Simon bis zum nächsten Jahr, wenn wir hoffentlich gemeinsam ein Licht anzünden werden.

Alles, alles Liebe ...