Montag, 20. September 2010

Wenn ich 18 bin ...





du hattest schon genau Vorstellungen von deinem Leben ... du wolltest dir einen Hund haben und zu Hause wohnen bleiben bis du 25 wärst, dasHaus sollte für dich und deinen Hund sein, nein Kinder wolltest du nicht die waren dir zu laut.



Der 18-te Geburtstag ist was besonderes, man wird irgendwie erwachsen ... wie unendlich gerne hätten wir diesen Tag zusammen mit dir gefeiert.

Dein 18. Geburtstag Simon begleitete uns schon einige Tage vorher. Nicht wie in unserem alten Leben geplant, mit freudigen Vorbereitungen und aufgeregter Spannung sondern mit Traurigkeit und noch immer mit der grausamen Tatsache, diesen Tag ohne dich verbringen zu müssen. Vorbereitungen und Gedanken an einen 18. Geburtstag wie er nicht sein sollte. Erinnernungen .... heute vor 18 Jahren wurdest du geboren, nein nicht jetzt sondern um 14.45Uhr. Wir hatte es beide nicht leicht ...

Du hattest die Nabelschnur zweimal um den Hals und warst ganz blau, wegen der Neugeborerengelbsucht die du dann bekamst wurdest du in die Kinderklinik verlegt. Schon damals waren wir getrennt, denn mir ging es so schlecht das ich auch noch eine Zeit im Krankenhaus verbringen musste.

Entgegen dem "unken" der Ärzte warst du ein quicklebdiges Kind, kein Baum war dir zu hoch ... soviel Lebensengerie ...



Deine Geschwister und ich möchten den Tag gerne zusammen verbringen und das werden wir auch tun, denn unsere kleine Familie ist wichtig.

Wer ist uns denn geblieben, der uns durch diesen Tag bringt ? Nein, ich bin nicht verbittert ... vielleicht strahle ich einfach nur zu viel Kraft aus, um auch einmal schwach zu sein. Menschen die Masken tragen dürfen nicht erwarten das man

ihr Tränen sieht.

Wir können dich nicht mehr in den Arm nehmen, dir gratulieren, mit dir feiern ...deine Geschenke tragen wir heute hin zu deinem

kleinen Garten und statt einer tollen Feier tausend Tränen für dich ...



Tränen

sind bitter, Salzseen des Herzens,

ätzen den Schmerz aus uns heraus.



Tränen

sind heiß, verbrennen die Seele,

die es nicht begreift, dein Leben ist aus.



Tränen

sind Wasser, waschen die Wunden,

spülen sie aus und machen sie rein.



Tränen

sind Balsam und Pflaster für Narben,

die den Rest unsres Lebens ein Zeichen werden sein.



Tränen

sind Tröster, geweint von den Freunden,

die sich getraun, den Weg mit zugehn.



Tränen

sind hilflose Rufe zum Himmel,

um Gott zu sagen, dass wir’s nicht verstehn.



Doch Tränen

sind auch die edelsten Steine,

nur alleine geweint für dich, mein Kind.



Meine Tränen

sind für dich und sollen dir zeigen,

wie eng wir für immer verbunden sind.



Tränen

sind Schmerz, der in Liebe sich wandelt,

Liebe zu dir, zum Leben, zur Welt.



Tränen

können sich aber nur dann verwandeln,

wenn sie mein Herz nicht bei sich behält.

Und wenn alle Tränen geweint sein werden

und nichts mehr in mir ist, was mich noch quält,

dann, mein Kind, darf ich gehen von dieser Erden,

und wir werden uns umarmen in deiner Welt.

(Gina Tuschl)



Wir vermissen dich so sehr ...













Dienstag, 22. Juni 2010

Wage ich es noch ...

Wage ich es wirklich noch von meiner Trauer zu erzählen ??? Oft werde ich mit großen Augen angeschaut, oder merke das "Zusammenzucken",dann wechsle ich das Thema oder muss auf einmal ganz schnell weg.
Ich mag mir nicht sagen lassen das ich mich verbittert anhöre, weil ich nach 5 Jahren immer noch trauere ...
Nein, ich bin nicht verbittert, nur an manchen Tagen bin ich einfach so tieftraurig, dass ich für andere vielleicht wo wirke. Diese Reaktionen tun sehr weh und ich habe dadurch gelernt und lerne immer noch ... dass ich vieles lieber mit mir allein ausmache, um solchen zusätzlichen Verletzungen zu entkommen. Es gibt leider nur ganz ganz wenige, die mir auch heute noch geduldig zuhören oder denen ich mich überhaupt noch öffne ... es sind verdammmt wenige.
Noch nie ist es mir so schwer gefallen, so öffentlich über meine Gefühle zu sprechen oder zu schreiben. Der Blog von Simon bleibt einfach leer ... Ich bin so weit, dass ich meinen Schmerz nicht mehr nach außen trage, auch gar nicht tragen möchte.
Er wandert immer weiter nach Innen, tief ganz tief in mir Verborgen. Es ist nicht so, dass ich nicht über meine Gefühle und Gedanken reden möchte, doch wer will und kann das ertragen ???
Diese innere Wunde ist sehr schmerzhaft ... wie ein Dorn der tief in meiner Seele steckt. Auch meine Tochter meinte heute zu mir das sie die Tage wie Simons Geburtstag, sein Todestag nicht gerne zu Hause ist. Zu Hause was ist das eigentlich noch ???
Immer wieder denke ich an das Beispiel eines Beinamputierten. Niemand würde von diesem Menschen erwarten, dass er wiedertanzt oder Fußball spielt, wie vor dem gewaltsamen Eingriff in sein Leben. Im Gegenteil ... warum erwarten die Menschen das von Trauernden? Sie sind doch nicht mehr "ganz" ... etwas fehlt.

5 Jahre, 5 lange Jahre 1825 Tage, 43800 Stunden ... frage ich mich immer wieder, wie ich diese Zeit ohne Simon überlebt habe. Ohne meine kleinen Sohn, den ich so sehr vermisse ... unmöglich das zu beschreiben
Alles was ich immer wieder tun kann ist offen und mutig zu sein, immer wieder einen Schritt nach vorne zu gehen, auch wenn ich weiß, dass vor einem mal wieder ein tiefes Loch ist, von dem man nicht weiß, wie man es überqueren soll und jedes Loch ist wie ein kleines Sterben. Man weiß nicht, was danach kommt, wie es weitergeht. Wird es besser oder wird es schlechter ?

Nein, ich bin auch in diesem Jahr nicht wieder zu dem Menschen geworden, der ich einmal war, obwohl ich denke, dass es immer noch einige gibt, die darauf warten ... der Freundeskreis wird immer kleiner. Ob ich mich selber gefunden habe, weiß ich nicht.
Die Straße, auf der ich noch vor fünf Jahren unterwegs war, ist gesperrt für mein restliches Leben. Ich folge einem Weg, von dem ich nicht weiß, wohin er mich noch führt, doch ich weiß, dass ich ihn allein gehe ... und langsam ist meine Kraft einfach aufgebraucht.

Aber ich muss das akzeptieren und suche auch meinen alten Weg nicht mehr, weil er nicht mehr zu mir passt. Irgendwann im letzten Jahren, ich glaube Anfang des Jahres, habe ich die Brücke in meine „neue Normalität" gefunden. Meine Frage, wozu dies alles nötig war, wird hier auf Erden immer unbeantwortet bleiben. Ich muss mich immer wieder damit einverstanden erklären, dass mein Leben eine ständige offene Frage bleibt. Es kann aber nicht sein, dass alles Leiden umsonst ist, wenn man sein Kind verliert ...

Verloren ist erst alles, wenn ich mich entscheide, mit Ihm zu sterben ... und auch diese Gedanken sind einfach da ...

Wer wärst Du heute ?
Wenn ich an Dich denke,
dann denke ich Dich so,
wie Du früher warst.
Eine lange Zeit ist vergangen
Und ich frage mich:
Wer bist Du heute ?
Dich im Konjunktiv zu denken,
kommt mir wie ein Verrat meiner Liebe vor.
Wer wärst Du heute ?
Das ist, als seiest Du nicht.
Doch Du bist,
immer stärker,
immer fester,
ein Teil von mir,
den ich nicht vergessen,
nicht aufgeben,
nicht loslassen und vor allem nicht
leugnen will.
Du bist – jeden Tag und jede Minute –
der Teil von mir, der mich, so wie ich heute bin, ausmacht.
Du WÄRST nicht – Du BIST, jeden Tag, ganz nah bei mir.
..............................

(Verfasser unbekannt)

Freitag, 22. Januar 2010

Leben

Es fällt mir schwer
ohne dich zu Leben,
jeden Tag zu jeder Zeit
einfach alles zu geben.
Ich denk so oft
zurück an das was war,
an jedem so geliebten vergangenen Tag.
Ich stell vor
das du zu mir stehst
und jeden meiner Wege
an meiner Seite gehst.
Ich denke an so vieles
seit dem du nicht mehr bist,
denn du hast mir gezeigt
wie wertvoll das Leben ist.

Wir war'n Geboren um zu Leben
mit den Wundern jeder Zeit,
sich niemals zu vergessen
bis in aller Ewigkeit.
Wir war'n Geboren um zu Leben
für den einen Augenblick,
weil jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist.

Es tut noch weh
wieder neuen Platz zu schaffen,
mit gutem Gefühl
etwas neues zu zulassen.
In diesem Augenblick
bist du mir wieder nah,
wie an jedem so geliebten vergangenen Tag.
Es ist mein Wunsch
wieder Träume zu erlauben,
ohne Reue nach vorn
in eine Zukunft zu schau'n.
Ich sehe einen Sinn
seit dem du nicht mehr bist,
denn du hast mir gezeigt
wie wertvoll mein Leben ist.

Wir war'n Geboren um zu Leben
mit den Wundern jeder Zeit,
sich niemals zu vergessen
bis in aller Ewigkeit.
Wir war'n Geboren um zu Leben
für den einen Augenblick,
weil jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist.

Wie wertvoll Leben ist.

Wir war'n Geboren um zu Leben

mit den Wundern jeder Zeit,
Geboren um zu Leben.

Wir war'n Geboren um zu Leben
mit den Wundern jeder Zeit,
sich niemals zu vergessen
bis in aller Ewigkeit.
Wir war'n Geboren um zu Leben
für den einen Augenblick,
weil jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist.

Wir war'n Geboren um zu Leben
mit den Wundern jeder Zeit,
sich niemals zu vergessen
bis in aller Ewigkeit.
Wir war'n Geboren um zu Leben
für den einen Augenblick,
weil jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist.

Meine Dank an "Unheilig" für diese Text

Sonntag, 13. Dezember 2009

World Wide Candel Lighting 2009

In der Welt ist jetzt ein Loch
An der Stelle, wo er oder sie war ist jetzt nichts mehr. Ein Mittelpunkt wie kein anderer, ein Mittelpunkt
der Erinnerung,
der Hoffnung,
des Wissen,
der Zuneigung … der einst diese Erde bewohnt hat ist fort. Nur diese Lücke ist geblieben und unsere Welt sieht nun anderes aus … was rosa war ist jetzt violett, das Gelbe braun,
Straßenränder haben nun Kreuze,
Krankenhäuser sind nicht länger nur ein Ort der Genesung,
Brücken, Bahnschienen … nicht länger nur Gebäude
Etwas ist vorbei ….
In den tiefsten Schichten unserer Existenz ist etwas beendet, erledigt. Unser Leben geteilt in vorher und in nachher.

Das Kind ist fort, hier und jetzt ist es nicht mehr da,
jetzt kann ich nicht mehr mit ihm sprechen,
jetzt kann ich es nicht mehr sehen,
jetzt kann ich es nicht umarmen,
jetzt kann ich nicht von seinen Träumen und Wünschen hören …

Das ist unser Kummer.

Oft hörte ich „Denk doch daran das er in guten Händen ist“ … das berührt mich jedes Mal wenn ich höre sehr stark, aber in der Realität gibt es mir mein Kind nicht in meine Hände zurück.

Die Lücke, die der
Tod meine Kindes hinterlassen hat,
ist die ganze Zeit in mir ist.

Manchmal ist sie so real,
dass ich sie beinahe anfassen kann.
Manchmal wird sie so groß,
dass ich nicht anderes sehen kann…

Doch …

Ich sehe dich in jeder Wolke,
ich höre dich in jedem Rauschen des Baches.
Ich spüre dich in jedem sanften Wind,
ich rieche dich in jeder Blume.

Ich finde dich auf Wiesen und in Wäldern,
ich finde dich in der Sonne und im Regen.
Jeder Tropfen auf meiner Haut
ein Gruß von dir.

Du bist die klare Luft, die alles umgibt
in einer sternenklaren Nacht.
Du bist der sanfte Wind, der sachte
Wellen schlägt in klarem Wasser
und das Korn in den Feldern lieblich neigt.

Du bist fort, doch
für mich bist du nie gegangen.
Für mich bist du in allem.
Für mich bist du alles.

Denn ...

Dein Name bleibt
– mit meinem Herzen für dich gewählt.
Mit meinen Lippen geformt.
Geflüstert – als du ins Leben kamst.
Gerufen – in vielen Augenblicken deines Lebens, in allen Klangfarben.
Geschrien – nach dir, über die Grenze, die Tod heißt.

Dein Name bleibt – auch wenn die Verzweiflung zu zerstören droht, was nicht zerstörbar ist, auch wenn mein Herz immer wieder fragt warum?

Dein Name bleibt - wenn ich in den Sternenhimmel schaue und wenn meine Augen den Boden absuchen – er steht dort geschrieben.

Du warst gestern – du wirst morgen sein in mir.
Dein Name bleibt!

Darum ...

schaue ich nun zurück
auf eine wunderschöne Zeit.
Ich bin stolz und dankbar,
das ich dich haben durfte,
wenn auch nur für eine kurze Zeit
Ich fang ein Bild von dir
und schließ die Augen zu.
Dann sind die Räume nicht mehr leer.
Lass alles andere einfach ruhen.
Ich fang ein Bild von dir
und dieser eine Augenblick
bleibt mein gedanklicher Besitz.
Den kriegt der Himmel nicht zurück.


Montag, 5. Oktober 2009

4 Jahre

Ein langer schwieriger Weg liegt hintermir und immer noch vor mir. Ich bin sehr müde und sehne mich nach einem leichteren Leben, einem Leben, das nicht mehr meine Kräfte so sehr fordert.
"Willkommen im Leben", so war der letzte Satz meiner Phychologin und JA ich kann diese Jahr wieder leben. Etwas, oder auch etwas mehr ...
Es braucht immer noch Kraft den Alltag zu bestehen, ich mache immer noch vieles falsch und es fällt immer noch schwer "loszulassen" ...
aber ich bin stolz darauf, dass wir Drei, die letzten 4 Jahre bewältigt haben, dass wir nicht untergegangen, nicht verzweifelt sind am Leid.
Vielen Dank an die Freunde, die mich/uns durch die letzten 4 Jahre begleitet haben und es immer noch tun. Ich freue mich über jeden, der Simon nicht vergessen hat,
bin dankbar für jedes kleine Geschenk, dass Simon noch immer bekommt.
Ich bin froh, dass ich die Trauer nicht verdrängt habe und alle Tiefen durchlebt habe und immer noch durchlebe. Sie hat mich oft umgeworfen, aber sie hat mich auch stark gemacht,
vieles habe ich einfach auf "Simons" Blog abgeladen.

Meine Tränen sind für mich ein Zeichen von Stärke, aber ich zeige sie nur noch ganz wenigen Menschen und das sind die, die sie auch ertragen können.

Jede Träne ist ein Kristall und Diamant für dich. Jede Träne ist ein Zeichen meiner Liebe zu dir und ich schenke dir diese Kristalle und Diamanten der Liebe.
(aus dem Buch: Damit aus meiner Trauer Liebe wird von Roland Kachler)

Mir ist nur klarer das, das ich mein Leben weiter lebe und mich selbst immer wieder neu finde. Es gibt noch soviel zu lernen, das Neue, das Unbekannte anzunehmen, bis es mir vertraut wird.
Oft komme ich dabei an meine Grenzen, denn dieses Leben ist manchesmal wahnsinnig schwer und ich am Ende meiner Kräfte.
Mitunter habe ich das Gefühl, dass ich mich im Kreis drehe oder in einer Spirale endet. Mit der Entfernung komme ich doch wieder zu bestimmten Punkten. Ich treffe auf alte Wunden – mit Entfernung. Ich glaube, ich werde sie immer wieder treffen, mal mehr, mal weniger schmerzlich.

Die Trauer schlägt am rücksichtslosesten zu, wenn ich körperlich und emotional erschöpft bin. Dann habe ich auch jetzt noch das Gefühl zu ertrinken und zu weit vom Ufer entfernt zu sein, um irgend jemanden oder irgend etwas zu erreichen, wenn nicht jemand nach mir greift. Ich fühle mich dann ganz starr ... verharre, kann nicht weiter.
Geärgert habe ich mich schon oft über mich selber, wenn mich Kleinigkeiten umgeworfen haben. Wie kann mich so etwas umwerfen, wenn ich nach dem Tod von Simon immer noch lebe? Es ist dann meistens nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt und auch meine Trauer wieder an die Oberfläche kommen lässt.

Der Alltag läuft wieder „normal“ und doch ist alles anders. Nichts, aber auch gar nichts mehr ist, so wie es einmal war. Die Trauer, auch wenn sie milder geworden ist, ist mein ständiger Begleiter geworden. Ich hatte die Entscheidung, ob sie mein „Freund“ oder mein Feind wird. Als Freund konnte ich lernen, mit ihr zu leben, als Feind hätte ich sie ständig bekämpfen müssen. Der Kampf gegen meine Trauer und somit auch gegen mein neues Leben hätte mich zuviel Energie gekostet. Energie, die ich für anderes nötiger brauche.
Immer noch lerne ich das Gute in meinem Leben zu sehen, auch in den Menschen, die mich mit blöden Kommentaren verletzen. Ich möchte nicht glauben, dass sie es absichtlich machen, nicht bitter darüber werden.
Ich will im Verbliebenen noch einen Sinn zu sehen "Willkommen im Leben!"

Das Wichtigste, was ich lernen musste, war die neue Beziehung zu Simon. Ich habe Ihn nicht verloren, nur körperlich darf ich Ihn nicht mehr spüren, Ihn nicht umarmen, Sein Lachen nicht mehr hören, Seine Zukunft an unserer Seite nicht mehr erleben. Du bist in mir und lebst weiter mit mir. So wie Du 9 Monate in mir wachsen durftest, so bist Du nun in mein Innerstes zurückgekehrt. Ich trage Dich fest in meinem Herzen und meiner Seele.

Mein Wesen ist ein anderes geworden. So lange habe ich "neben" mir gestanden, jetzt wird es Zeit, dass ich wieder zu mir stehe, jedoch kann ich nicht da einfach weitermachen, wo das Leben von Dir aufgehört hat.
Zukunftspläne schmiede ich nicht mehr viel, denn ich begreife, dass ich nur im Heute leben kann. Mein Ziel ist Simon, mein Weg zu ihm, der Tag, an dem ich Ihn endlich wieder in meine Arme nehmen darf. Aber ich habe auch hier noch meine Aufgabe, die ich so gut ich es kann erfüllen möchte. Meine größte Aufgabe ist es, seinem Bruder und seiner Schwester in ihr eigenes Leben zu begleiten. Vielleicht darf ich eines Tages ihre Kinder erleben.

Ein ganz großes Thema für mich was dieses Jahr das „Loslassen“. Damit meine ich nicht, dass ich die wohlgemeinten Ratschläge derer annehme, von denen man zu hören bekommt:

"Du musst endlich loslassen, dann geht es Dir auch wieder besser."

Ich werde fallen wenn ich los lasse !!!


Wen oder was soll ich denn loslassen ?? Simon, die ich gar nicht mehr festhalten kann !? Die Erinnerungen an ihn ??


Heute weiß ich, sie hatten Recht damit, dass ich loslassen muss. Ich musste loslassen und muss immer noch loslassen; aber ich muss nicht meinen Halt und schon gar nicht meine Liebe zu Ihm "Simon" loslassen; ich muss mein altes Leben loslassen. Mein Leben mit Ihm, mein Leben mit Simon an der Hand. Ich musste und muss lernen mein neues Leben zu leben. Mein Leben ohne Ihn und doch mit ihm. Das was früher einmal war gibt es heute nicht mehr; mich gibt es so wie früher nicht mehr.

"Loslassen" hat für mich noch eine ganz eigene Bedeutung. Ich musste meine ganz tiefe Trauer loslassen, die mich gehindert hat, nach vorn zu schauen. Ich hatte Angst, dass Simon sich damit noch weiter von mir entfernt, ich musste erst lernen, dass er auch bei mir ist, wenn ich wieder lache. Das Lachen ist nicht das Ende meiner Tränen, aber ich brauche es so dringend, um Kraft daraus zu schöpfen und auch mal eine Ruhepause von tiefster Trauer zu haben. Für andere erscheine ich dadurch vielleicht auch einfach nur launisch, doch Trauern bedeutet ein Leben lang auf einer seelischen Achterbahn zu fahren.

"Loslassen" heißt auch nicht, aufhören zu lieben, dass wir uns nicht erinnern, uns sehnen und weinen. Es bedeutet auch für mich, dass mein Leben eine ganz neue Bedeutung bekommen hat. Der wunderschöne Lebensabschnitt, den wir mit Simon 13 Jahre teilen durften, wird immer ein großer Teil meines Lebens bleiben. Ich trage all diese wunderbaren Erinnerungen wie meinen wertvollsten Schatz mit in die Zukunft.

Simons Tod wird für uns niemals seinen Schrecken verlieren. Wir haben damit auch unser altes Leben verloren und werden es auch in Zukunft nicht wieder finden.
Wir sind immer noch dankbar, dass wir Menschen an unserer Seite haben, die die gleiche Sprache sprechen wie wir. Dankbar sind wir auch für unsere Freunde, die es schaffen uns immer wieder zu zeigen, dass wir noch dazugehören, dass wir trotzdem noch liebenswert sind, auch wenn wir uns so sehr verändert haben. Sie sind für uns ein Stützpfeiler und ein Ruhepunkt und zeigen uns durch ihre kleinen Aufmerksamkeiten immer wieder ihre Herzlichkeit und ihr Mitgefühl.

Vielen Dank an Marion Anders, Mutter von Jessica

Samstag, 19. September 2009

17

Erinnerungen sind das was war und uns bleibt,

Träume und Zukunft sind das was war und uns genommen wurde,

die Liebe zu Dir ist das was war und für immer sein wird.

Die Hand, die Dich sucht, greift ins Leere,

die Umarmung, die Dich sucht, findet Dich nicht,

den Klang Deines Lachens nur noch aus der Erinnerung.

Zum 4. Mal Dein Geburtstag ohne Dich,


So fern und doch so nah,

wir sehen Dich nicht,

wir hören Dich nicht,

wir können Dich nicht umarmen,

und doch

Du bist so nah,

unser Herz sieht Dich,

unser Herz fühlt Dich,

unser Herz hört Dich,

in unseren Herzen bist Du ewiglich ...



Ich bin dankbar, dass Du mir gegeben wurdest,

ich bin dankbar für die Zeit mit Dir,

ich bin dankbar für jedes Lachen von Dir,

ich bin dankbar für Deine Liebe.

In mir bist du ewiglich, jeden Tag aufs Neue

du bist der Wind in meinen Flügeln

In Liebe Deine Mama

(c) 2009

Freitag, 10. Juli 2009

Strassenkreuz - Die Zeit




Meinen Dank an Helena und Bigi für die Aktion am Strassenkreuz von Simon. Nun sind es schon fast 4 Jahre und noch immer unfaßbar.
Höre mir gerade das Lied von Zaunpfahl (Kreuze) an .... sehr wahrer Text.

"Ich bin bei denen die mich liebten und warte auf die die mich lieben" ....

Ich liebe dich Simon <3>

Donnerstag, 26. Februar 2009

kleine Schritte

Im tiefen Zweifel
schlummern tausend
neue Möglichkeiten,
im Meer der Tränen
schwimmt ein
erstes kleines Lächeln.

In jedem kalten
Winter wartet schon
ein zarter Frühlingsgruß,
und jede dunkle Nacht
trägt in sich schon
das erste Licht des Tages.

In jedem Zögern
wartet vielleicht
der erste Schritt,
am Grund der
Schwermut liegen
federleichte Flügel.

Mit der Zeit lernen wir,
mit unserem Schmerz zu leben ...

Freitag, 16. Januar 2009

Ein Licht für Kadelen


Das Leben hört nicht auf ...
es fliegt nur davon in eine andere Welt.


Gedanklich zünde ich hier eine Kerze für diese kleine Maus an , meine Gedanken sind bei den Eltern und ich wünsche Ihnen viel Kraft, um den grausamen Tod ihrer Tochter Kadelen zu überleben, zu verarbeiten um irgendwann den Weg ins Leben zurückzufinden ....

Donnerstag, 8. Januar 2009

Schmetterling-Eis















Als gestern wieder die Tränen liefen
spürte ich zum ersten Mal
dass vielleicht mehr dahinter steckte -
mehr hinter der Trauer,
mehr hinter der Angst,
mehr hinter der Sehnsucht

Da war ein kleiner
Schmetterling,
der sanft durch meinen
Körper sauste - meine Seele berührte ...
mir Trost gab

Irgendwann dann schlief ich
trotz der vielen Tränen und der Trauer,
der Angst, der Sehnsucht ...
"Mami, ich bin doch da"
hast du noch gesagt

Und nun friert er so sehr
Als wäre er ganz allein -
er zittert ...

der Schmetterling im Eis
meiner Seele gefangen


Ich hatte geglaubt schlafen gehen zu können
... und doch weiß ich es ist besser wach zu bleiben

Ich hatte gehofft diese Jahr freier atmen zu können
... und weiß doch, es schnürt mir ewig die Kehle zu.

Ich bin manchmal so weit entfernt von dem Ort,
wo du vor 3 Jahren aufgehört hast zu atmen

Ich kann heute nicht zu dir gehen und deinen Stein berühren,
dir keine Rose bringen, keine Muschel vom Strand.
Ich werde durch den Schneesturm laufen,
zum Strassenkreuz
... dich neben mir spüren, deinen Namen auf dem Kreuz lesen.
Hinausschreien werde ich deinen Namen,
verlass dich darauf SIMON.

Ich habe eine unendliche Sehnsucht nach dir
mein Sonnenschein

(c) Claudia Staemmler 2009