besonders weh ... wenn ich solche Bilder von dir sehe. Glücklich !
Ich denke dann an die tausend Dinge die DU nicht mehr erleben darfst/kannst und die WIR nicht mehr mit dir teilen können.
Seit Du tot
bist hat die Welt an Glanz
verloren.
Alles ist farblos und eintönig geworden.
Seit Du tot
bist hat das Leben an Jugend verloren.
Es ist gealtert, erwachsener geworden, die Naivität der Jugend ist
dahin.
Seit Du tot
bist ist meine Haut dünner geworden.
Das Leid anderer kommt mir schnell zu nahe,
so dass ich es oft weit von mir weg schieben muss.
Seit Du tot
bist ist nichts mehr, wie es vorher war.
Alles ist ver-rückt,
nicht mehr an seinem Ort, nicht mehr in Ordnung.
Es ist oft anstrengend, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden.
Seit Du tot
bist gibt es dieses riesige Loch in mir - ohne Geländer - in das man leicht
hineinstürzen kann.
Seit Du tot
bist ist der Leicht-Sinn der Unerfahrenheit vergangen.
Schwere Gewichte liegen auf meinen Schultern und auf meiner Seele.
Sie drücken bei jedem Schritt tiefe Spuren in meinen Lebensweg
und machen das Vorwärtsgehen so mühsam.
Du fehlst
mir so,
mein Kind ! Du hast mir soviel geschenkt in nur dreizehn Jahren !
Noch stehen die Blumen von meinem Geburtstag, in voller Blüte im Zimmer und doch hält (keine drei Tage später) die Trauer und der Schmerz zum siebten Mal Einzug. Die meiste Zeit im Jahr sind es sehnsüchtige Gedanken an dich, das vermissen deines Lachens, deiner unbändigen Energie, dem Klang deiner Stimme, deine Scherze und Verrücktheiten ... dein Geruch. Nur manche Tage sind einfach immer noch unerträglich und werden es wohl auch bleiben. So wie dein siebter Todestag oder auch Sternengeburtstag.
Ein grauer Nebelverhangener Tag, Nieselnebel und einzelne Regentropfen die wie Tränen auf das Gesicht fallen ... es drückt so schwer auf die Seele es tut weh. Noch einmal gleitet der 25-te-2005 in Bilden an mir vorüber ... dein tragischer Unfall, Schock, Schmerz.
Der Alltag hat uns schon solange wieder eingeholt, keine Zeit zum Nachdenken ... das HIER und JETZT fordert. Ich glaube einfach fest daran das du mich hin und wieder "besuchst" nach schaust was ich mache, das du leise unsere Leben begleitest ... und mich vielleicht manchmal im richtigen Moment einen Menschen schickst, ein Licht auf meinem Weg.
Was bleibt wenn es dunkel um uns wird und das sterbende Licht sich in nichts als Sehnsucht auflöst?
Was bleibt wenn eine lichtlose Jahreszeit grau in grau gefärbte Trauermäntel webt?
Was bleibt wenn uns nichts bleibt als die lebendige Erinnerung an ein vorausgegangenes Kind?
Ein unsterbliches Gefühl das Liebe heißt. Und sich im Traum wiederfindender Welten wiegt.
Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
aus »Der kleine Prinz«
von Antoine de Saint-Exupéry
Wenn ich versuche über meine Gefühle schreiben, wiederhole ich mich dann nicht? Ich zweifle daran, ob ich über meine Gedanken und Gefühle noch noch hier auf deinen Blog schreiben möchte. Verstehen mich die Menschen, lesen und vorallem begreifen sie was ich sagen möchte, was mir fehlt?
Am Anfang schaufelte ich mit jedem Eintrag eine kleine Last von meiner Seele, aber heute, hier und jetzt suche ich nach den richtigen Worten, die ich nicht finden kann oder nicht das wirklich das ausdrücken können was ich sagen möchte. Ich möchte es einfach nicht mehr "öffentlich" sagen/schreiben ... denn verändert hat sich nichts. Nach wie vor stehe ich allein mit meiner Trauer um dich, deine Fotos anzuschauen zerreißt mir das Herz. Dankbar bin ich allen Menschen, denen ich auch jetzt noch von Dir erzählen darf/kann. Das ich mal wieder von dir geträumt habe und mit nassen Augen aufgewacht bin. Meine heimlichen Tränen die niemand sieht.
Du fehlst noch immer mit der gleichen Intensität, wie all die Jahre vorher. Verstehen kann dies aber wohl nur, wer weiß, was es heißt, ein Kind zu verlieren. Aber all diese Gefühle sind meist tief in mir verschlossen, wer will es denn noch hören/zuhören ? Meine "Schonzeit" ist schon lange vorüber, für die Menschen bin ich wieder "normal" und funktioniere. Sie vergessen das für mich die Türe in diese "normale" Welt ein für alle mal mit deinem Tod zugefallen ist. Sicherlich ist dein Schicksal nicht mehr jeden Tag Thema ... aber gerade jetzt, in dieser Jahreszeit wäre oft hilfreich, tröstend und einfacher, wenn man für mich noch ein offenes Ohr hätte. Aber nichts, niemand ... ich bin allein mit meiner Trauer, den Bilden und den Gefühlen.
Ich habe gelernt, Leid zu ertragen,
Schmerzen zu verbergen
und mit Tränen in den Augen zu lachen...
... nur um den anderen zu zeigen,
dass es mir "Gut" geht
und um sie glücklich zu machen...!
Auch in diesem Jahr gab es immer noch Tage, wo die Trauer mich gelähmt hat. Dann es absolut keinen Sinn, mich mit irgendetwas abzulenken, sondern ich muss versuchen es in diesem Augenblick anzunehmen. Denn es kostet einfach zuviel Kraft -- ja immer noch, auch nach sieben langen Jahren -- dagegegen anzukämpfen. Obwohl ich es tue, denn ich mag nicht weinend an meinem Arbeitsplatz sitzen, oder mit rot verweinten Augen durch die Gegend rennen. Angestarrt ... "was ist denn mit der los". Deshalb "schlucke" ich es runter, immer und immer wieder. Der große Felsbrocken "Trauer", oft habe ich das Gefühl ich bearbeite ihn mit einem Minimeissel oder aber gar nicht, dann drückt er eben einfach. An den meisten Tagen aber begleitet mich die Trauer wie ein Schatten, manchmal hüllt sie mich ein. Dann fühle ich mich entsetzlich alt und einfach alles tut weh, und ich merke wie mein Körper einfach streikt. Ob ich jemals wieder die Energie von früher bekomme, glaube ich inzwischen nicht mehr. Ein anderes mal ist der Schatten so klein ... das ich die Sonne sehen und fühlen kann.
Schmerz, du ungebetener Gast, wie oft holst du mich aus tiefstem Schlaf, um mir zu zeigen, daß du wieder da bist. Am Tage verfolgst du mich auf Schritt und Tritt, machst so manche Vorhaben zunichte. Rücksichtslos zeigst du mir stetig meine Grenzen. Manchmal betäube ich dich, was du mir später doppelt heimzahlst. Wenn ich stumm werde, weil du jede Freude, jedes Lächeln in mir erstickst, wenn ich mich schließlich in mich verkrieche,
können nur noch meine stillen Tränen ausdrücken, was ich fühle. (Verfasser unbekannt)
Ich vermisse dich unendlich mein Sonnenschein, es tut weh ...
Liebe Marion ... ich habe sehr an dich und deine Jessica, die du genauso schmerzlich vermisst wie ich meinen Simon, gedacht. Nun feiert Jessica schon ihren achten Sternengeburtstag und bis zum Wiedersehen werde es wohl noch mehr werden.
13 mal durften wir Deinen Geburtstag mit Dir feiern, heute müssen wir diesen Tag nun schon zum 7. mal ohne Dich feier. Feiern ? Nein, irgendwie überstehen, denn ganz egal wieviele Menschen heute in Gedanken bei uns sein werden ... DU fehlst !!!
Sieben Jahre ... so lange her.....
Manchmal habe ich das Gefühl, ich hätte Dich nur geträumt. Manchmal glaube ich, er ist immer noch irgendwie hier bei uns. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre alles erst grad eben passiert ...
Jeder unsere kleinen Familie wird diesen Tag wohl auf seine eigene Art und Weise verbingen.Ich werde dich besuchen an deinem kleinen Garten ...
Vom Umgang mit Erinnerungen
Wenn ich über Simon nachdenke oder von Ihm erzähle, bleibt es nicht bei den einzelnen Erinnerungen. Eine Flut von schönen Momenten kommen aus der Tiefe meiner Seele zurück in das Gedächtnis.
- Du bist da, lebst für diese Sekunde.
Dann kommen die Fragen ...
Was hat Dich geprägt mein Sonnenschein ?
Was war Dein wahres Wesen, verborgen unter der Schutzschicht.
Was war es, was Du mir vielleicht sagen wolltest, es aber oft nicht konntest, weil Dir die Worte fehlten oder weil die Situation es nicht zugelassen hat oder ich dir einfach nicht zugehört habe ?
Welche Spur hast Du in diese Welt hinterlassen?
Ich stelle mir immer wieder vor das Du nun in deiner eigenen bunten Welt bist, ganz wie in dem Film "In meinem Himmel"
Dann horche ich in mich hinein und es ist für den Augenblick "gut".
Wer nur die Sonne sieht, wenn es ihm gut geht, der weiß die Sterne nicht zu schätzen. Denn Sterne sind mehr als Punkte am Himmel. Sie sind Hoffnung. Hoffnung auf ein Leben nach dem Leben. Die wahre Schönheit der Sterne und das helle Licht der Nacht, das dir die Angst nimmt und die Traurigkeit ...
Wenn die Sterne sprechen könnten, würden sie uns in jeder Minute, in der wir zweifeln, sagen: Ich liebe dich
Immer weniger schreibe ich hier noch über meine Gedanken und Gefühle, wenn ich an dich denke und dich vermisse - jeden Tag, immer noch jeden Tag.
Den Kampf gegen das Schweigen und Vergessen habe ich wohl verloren ... es tut so unglaublich weh, daß es nur noch ganz wenige Menschen gibt, die dich erwähnen, noch von dir erzählen. Eigentlich bin nur ich es die immer noch von dir erzählt, jeder Gedanke ein kostbares Kleinod.
Ich erwarte gar nicht mehr, das mich jemand fragt, wie es mir geht. Nein sie sollen nicht fragen, eine Antwort darauf wäre schwierig. Sage ich "mir geht es gut" dann lüge ich, sage ich "ich trauere um dich" ernte ich Verständnislosigkeit. Es ist wohl so, dass andere es nicht verstehen können oder wollen. Die Trauer ist ein Teil meines Lebens geworden, sie begleitet mich jeden Tag. Es ist auch nach sechs fast sieben Jahren nicht so, dass ich den Schmerz hinter mir gelassen habe. Ich werde niemals über diesen Verlust hinwegkommen. Der Schmerz ist dauerhaft in meine Seele eingezogen. Er ist ein ruhiger Vertrauter, er beherrscht mich nicht mehr, aber er ist immer da. Trotz allem habe ich aber auch gelernt, dass es möglich ist, die Trauer für den Rest meines Lebens zu spüren, zu tragen und doch gleichzeitig Freude zu erfahren.
Das siebte Jahr ist voll mit Gedanken, wie deine Zuknunft ausgesehen hätte. Immer wieder die Frage, hättest du studiert und wenn ja was. Obwohl ich es mir denken kann. Oft habe ich versucht, mir vorzustellen, wie Du heute als junger 19-jährige Mann aussehen würdest, aber das gelingt mir nicht. Du wirst immer mein kleiner 13-jähriger Sonnenschein bleiben und genauso möchte ich Dich auch gerne wiedersehen. Was mir bleibt, sind wunderschöne Erinnerungen – die teilweise auch heute noch sehr schmerzhaft sind, sowie auch deine Fotos und die kleinen Videoaufnahmen von dir.
Dein Verlust zwang mich dazu, den Mantel der Weisheit umzulegen. Der Schritt von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Verbitterung zur Vergebung, vom Hass zur Liebe und vom Stillstand zur Lebendigkeit hängt von der Entscheidung ab, wie wir auf den Verlust und die unabänderliche Vergangenheit reagieren wollen. Wir können die Situation nicht verändern, aber wir können zulassen, dass die Situation uns verändert. Sehr oft wird mir die Unzufriedenheit vieler Menschen bewusst. Manchmal ist es sehr unverständlich, worüber sie „jammern“, oder warum sie einfach so schlechte Laune haben. Sehen sie nicht das große Glück, was sie noch haben?
Manchmal macht mich dieses Verhalten noch wütend, aber oftmals bedauere ich die Menschen auch. Am liebsten möchte ich ihnen sagen, dass sie ihre Augen öffnen sollen und sich ernsthaft Gedanken darüber machen sollen, was wirklich wichtig ist im Leben.
Es macht mich unendlich traurig, das es nun einen besonderen Menschen in meinem Leben gibt der dich niemals kennenlernen wird. Du würdest ihm sehr gefallen und ihr würdet euch bestimmt prächtig verstehen.
Weißt Du, dass Du mir ein unsichtbarer Begleiter geworden bist?
Ich trage Dich in mir, Du hast Wurzeln geschlagen, in meinem Herzen. Du hast mir geholfen, den Schmerz zu ertragen, hast mich nicht allein gelassen in dieser Zeit. Ich ahne, wir sind nicht getrennt. Ist meine Sehnsucht nach Dir groß, so bitte ich Dich, dass Du mich besuchst, in meinen Träumen.
Weißt Du, dass Du mir ein unsichtbarer Lehrer geworden bist? Mein Herz hat sich geweitet, durch Dich, die Welt der Seele ist mir nicht mehr fremd, durch Dich. Es ist wieder Frieden möglich, in mir, es darf wieder geschehen, das Leben.
Weißt Du, was jedoch nie vergehen wird? Dass mit Dir ein Geheimnis verschwunden ist, von dieser Welt, das es niemals mehr so geben wird, das ich so gerne hätte ergründen wollen.
wie unendlich gerne würde wir heute ausgelassen deinen 19-ten Geburtstag mit dir Feiern
zum 6. Mal dein Geburtstag ohne dich zum 6. Mal Tränen an deinem Freudentag zum 6. Mal Geburtstagsgeschenke auf deinen kleinen Garten bringen zum 6. Mal nicht verstehen können, warum du heute nicht mit uns feiern kannst zum 6. Mal Geburtstagskerzen auf deinem Grab zum 6. Mal ein Herz für deinen Garten zum 6. Mal feststellen, dass die Zahl deines irdischen Geburtstages steigt, du aber immer unser 13 jähriger Sonnenschein bleibst zum 6. Mal Erinnerungen die uns gleichzeitig glücklich und traurig machen zum 6. Mal Hilflosigkeit zum 6. Mal dieses unendliche Vermissen zum 2160. Mal ein Tag ohne dein Lachen
Geboren an einem Sonntag den 20.09.1992 um 14:45 Vorausgegangen Dienstag den 25.10.2005 um 18.10
Nur 4715 Tage durfte Simon auf unserer Welt leben, und langsam nähert sich die Zahl der Tage an denen du bei uns warst der Zahl die du uns schon fehlst ...
Immer wieder die Frage, wie würdest du wohl aussehen heute, sich deine Stimme anhören ... was hättest du studiert, wärst du in die Fußstapfen deines Vaters getreten ? Was wären deine liebsten Hobbies ? Hättest du eine Freundin ?
Freude fühlt sich anders an.
Für mich ist dieses Jahr kein "buntes" Jahr, doch heute soll dein kleiner Garten strahlen im gewohntem Glanz. Sechs zusätzlichen Kerzen für dich ...
Du bist noch nicht vergessen. Auch wenn es jedes Jahr weniger Besucher werden und auch ich dich immer seltener Besuche. So werden sich auch dieses Jahr wieder viele Menschen an dich erinnern, und dafür sorgen dass du einen schönen bunten kleinen Garten hast.
Wenn du Tränen vergießt, weil du die Sonne nicht siehst, siehst du auch die Sterne nicht...
(Rabindranâth Tagore)
Für Dich...
Ich flüstere deinen Namen in meinem Innern, oft, leise, unwillkürlich
Ich sehe dein Bild in meinem Innern, vage, kaum noch figürlich
Ich höre deine Stimme in meinem Innern, täglich, unwillkürlich
Ich sehe dich lachen in meinem Innern, über Gott, die Welt und andere Sachen
Ich rieche deinen Duft in meinem Innern, kindlich, frech
Ich sehe deine Augen in meinem Innern, tief, braun, lachend
Ich suche meine Liebe in meinem Innern, Leben, Trost, Gefühle
Ich finde mein Erinnern in meinem Innern, nach dir, schmerzendes Gewühl
Ich finde meine Seele in meinem Innern, leer, vernarbt, zerbrochen
Ich sehe meine Masken in meinem Innern, lachend, versteckend, Tränenreich
Ich sehe dich doch nur in meinem Innern, ich lebe, ... ohne Dich
Ich liebe dich unendlich in meinem Innern, schrei es raus, so weit es geht,
du hattest schon genau Vorstellungen von deinem Leben ... du wolltest dir einen Hund haben und zu Hause wohnen bleiben bis du 25 wärst, dasHaus sollte für dich und deinen Hund sein, nein Kinder wolltest du nicht die waren dir zu laut.
Der 18-te Geburtstag ist was besonderes,man wird irgendwie erwachsen ... wie unendlich gerne hätten wir diesen Tag zusammen mit dir gefeiert.
Dein 18. Geburtstag Simon begleitete uns schon einige Tage vorher. Nicht wie in unserem alten Leben geplant, mit freudigen Vorbereitungen und aufgeregter Spannung sondern mit Traurigkeit und noch immer mit der grausamen Tatsache, diesen Tag ohne dich verbringen zu müssen. Vorbereitungen und Gedanken an einen 18. Geburtstag wie er nicht sein sollte. Erinnernungen .... heute vor 18 Jahren wurdest du geboren, nein nicht jetzt sondern um 14.45Uhr. Wir hatte es beide nicht leicht ...
Du hattest die Nabelschnur zweimal um den Hals und warst ganz blau, wegen der Neugeborerengelbsucht die du dann bekamst wurdest du in die Kinderklinik verlegt. Schon damals waren wir getrennt, denn mir ging es so schlecht das ich auch noch eine Zeit im Krankenhaus verbringen musste.
Entgegen dem "unken" der Ärzte warst du ein quicklebdiges Kind, kein Baum war dir zu hoch ... soviel Lebensengerie ...
Deine Geschwister und ich möchten den Tag gerne zusammen verbringen und das werden wir auch tun, denn unsere kleine Familie ist wichtig.
Wer ist uns denn geblieben, der uns durch diesen Tag bringt ? Nein, ich bin nicht verbittert ... vielleicht strahle ich einfach nur zu viel Kraft aus, um auch einmal schwach zu sein. Menschen die Masken tragen dürfen nicht erwarten das man
ihr Tränen sieht.
Wir können dich nicht mehr in den Arm nehmen, dir gratulieren, mit dir feiern ...deine Geschenke tragen wir heute hin zu deinem
kleinen Garten und statt einer tollen Feier tausend Tränen für dich ...
Tränen
sind bitter, Salzseen des Herzens,
ätzen den Schmerz aus uns heraus.
Tränen
sind heiß, verbrennen die Seele,
die es nicht begreift, dein Leben ist aus.
Tränen
sind Wasser, waschen die Wunden,
spülen sie aus und machen sie rein.
Tränen
sind Balsam und Pflaster für Narben,
die den Rest unsres Lebens ein Zeichen werden sein.
Wage ich es wirklich noch von meiner Trauer zu erzählen ??? Oft werde ich mit großen Augen angeschaut, oder merke das "Zusammenzucken",dann wechsle ich das Thema oder muss auf einmal ganz schnell weg. Ich mag mir nicht sagen lassen das ich mich verbittert anhöre, weil ich nach 5 Jahren immer noch trauere ... Nein, ich bin nicht verbittert, nur an manchen Tagen bin ich einfach so tieftraurig, dass ich für andere vielleicht wo wirke. Diese Reaktionen tun sehr weh und ich habe dadurch gelernt und lerne immer noch ... dass ich vieles lieber mit mir allein ausmache, um solchen zusätzlichen Verletzungen zu entkommen. Es gibt leider nur ganz ganz wenige, die mir auch heute noch geduldig zuhören oder denen ich mich überhaupt noch öffne ... es sind verdammmt wenige. Noch nie ist es mir so schwer gefallen, so öffentlich über meine Gefühle zu sprechen oder zu schreiben. Der Blog von Simon bleibt einfach leer ... Ich bin so weit, dass ich meinen Schmerz nicht mehr nach außen trage, auch gar nicht tragen möchte. Er wandert immer weiter nach Innen, tief ganz tief in mir Verborgen. Es ist nicht so, dass ich nicht über meine Gefühle und Gedanken reden möchte, doch wer will und kann das ertragen ??? Diese innere Wunde ist sehr schmerzhaft ... wie ein Dorn der tief in meiner Seele steckt. Auch meine Tochter meinte heute zu mir das sie die Tage wie Simons Geburtstag, sein Todestag nicht gerne zu Hause ist. Zu Hause was ist das eigentlich noch ??? Immer wieder denke ich an das Beispiel eines Beinamputierten. Niemand würde von diesem Menschen erwarten, dass er wiedertanzt oder Fußball spielt, wie vor dem gewaltsamen Eingriff in sein Leben. Im Gegenteil ... warum erwarten die Menschen das von Trauernden? Sie sind doch nicht mehr "ganz" ... etwas fehlt.
5 Jahre, 5 lange Jahre 1825 Tage, 43800 Stunden ... frage ich mich immer wieder, wie ich diese Zeit ohne Simon überlebt habe. Ohne meine kleinen Sohn, den ich so sehr vermisse ... unmöglich das zu beschreiben Alles was ich immer wieder tun kann ist offen und mutig zu sein, immer wieder einen Schritt nach vorne zu gehen, auch wenn ich weiß, dass vor einem mal wieder ein tiefes Loch ist, von dem man nicht weiß, wie man es überqueren soll und jedes Loch ist wie ein kleines Sterben. Man weiß nicht, was danach kommt, wie es weitergeht. Wird es besser oder wird es schlechter ?
Nein, ich bin auch in diesem Jahr nicht wieder zu dem Menschen geworden, der ich einmal war, obwohl ich denke, dass es immer noch einige gibt, die darauf warten ... der Freundeskreis wird immer kleiner. Ob ich mich selber gefunden habe, weiß ich nicht. Die Straße, auf der ich noch vor fünf Jahren unterwegs war, ist gesperrt für mein restliches Leben. Ich folge einem Weg, von dem ich nicht weiß, wohin er mich noch führt, doch ich weiß, dass ich ihn allein gehe ... und langsam ist meine Kraft einfach aufgebraucht.
Aber ich muss das akzeptieren und suche auch meinen alten Weg nicht mehr, weil er nicht mehr zu mir passt. Irgendwann im letzten Jahren, ich glaube Anfang des Jahres, habe ich die Brücke in meine „neue Normalität" gefunden. Meine Frage, wozu dies alles nötig war, wird hier auf Erden immer unbeantwortet bleiben. Ich muss mich immer wieder damit einverstanden erklären, dass mein Leben eine ständige offene Frage bleibt. Es kann aber nicht sein, dass alles Leiden umsonst ist, wenn man sein Kind verliert ...
Verloren ist erst alles, wenn ich mich entscheide, mit Ihm zu sterben ... und auch diese Gedanken sind einfach da ...
Wer wärst Du heute ? Wenn ich an Dich denke, dann denke ich Dich so, wie Du früher warst. Eine lange Zeit ist vergangen Und ich frage mich: Wer bist Du heute ? Dich im Konjunktiv zu denken, kommt mir wie ein Verrat meiner Liebe vor. Wer wärst Du heute ? Das ist, als seiest Du nicht. Doch Du bist, immer stärker, immer fester, ein Teil von mir, den ich nicht vergessen, nicht aufgeben, nicht loslassen und vor allem nicht leugnen will. Du bist – jeden Tag und jede Minute – der Teil von mir, der mich, so wie ich heute bin, ausmacht. Du WÄRST nicht – Du BIST, jeden Tag, ganz nah bei mir. ..............................