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Donnerstag, 20. September 2018

26


Heute wärst du 26 Jahre alt geworden. Ich vermisse dich jeden Tag, aber diese Tage ... dein Geburtstag, dein Todestag und Familienfeiern sind immer und immer noch besonders schwierig.
Die Jahre sind so schnell vergangen und trotz allem habe ich noch immer das Gefühl, daß es gerade erst passiert ist. Jetzt bist du tatsächlich schon genau so lange fort wie du bei uns gelebt hast. Diese Vorstellung ist für mich ganz besonders schmerzlich.

Mittwoch, 20. September 2017

Erinnerungen

Erinnerung,

schöne Erinnerung an vergangene Zeiten.

Erinnerung an eine schöne Zeit,

eine schöne Zeit mit dir.

Erinnerungen zum Lachen, zum Träumen, zum Weinen.

Erinnerung an eine vergangene Wirklichkeit,

eine normale Wirklichkeit mit dir.

Erinnerungen, um dem Alltag zu entfliehen,

dem Alltag der wirklichen Wirklichkeit.

Für mich ist die Erinnerung schöner als die Wirklichkeit,

denn in der Wirklichkeit fehlst du!

Die Erinnerung holt dich zu mir, zu mir ins Jetzt.

Dadurch kann ich dir ganz nah sein,

auch wenn du in Wirklichkeit nicht mehr da bist.

Ich kann dich spüren.

Ich erinnere mich an die vielen Stunden,

die wir gemeinsam verbracht haben.

Ich rede in Gedanken mit dir und erzähle dir

von meinem Leben im Hier und Jetzt.

Ich hole das was war hierher.

Somit ist Erinnerung nicht Vergangenheit,

sondern Gegenwart.


(c) Kerstin Gleißberg

Montag, 4. April 2016

Die Fassungslosigkeit

weicht einem dumpfen Gefühl von Schmerz. Trauer unendliche Trauer ...

(c) 2015 Saskia Jung


Trauerfeind ...
wie soll jemand unsere Trauer sehen,
wenn wir sie uns selbst noch nicht einmal eingestehen.

Die Trauer - unser Feind, ein langes Leben lang

Sie nimmt uns die Luft zum Atmen.
Sie zerreist uns
und ist uns zutiefst verhasst ...

Manchmal verdrängen wir sie,
manchmal ignorieren wir sie
und doch fühlen wir sie ...

Wir wehren uns gegen sie,
mit aller Gewalt, mit aller Kraft
und trotzdem fühlen wir sie ...

Ihr gegenüber sind wir machtlos, klein und wehrlos ...

Sie ist einfach da ... immer
und weicht nicht von unserer Seite.

Und doch kämpfen wir unseren tagtäglichen Kampf ...

mit unserer Trauer
mit uns
und gegen uns.

Das können wir nicht verstehen.
Und vielleicht
wollen wir das auch gar nicht verstehen...

Nur, wie soll das dann ein anderer verstehen ???

Es ist und bleibt ein Kampf
und einer, den wir nicht gewinnen können
denn unsere Trauer verlässt uns nicht mehr.

Sie ist und bleibt
ein Teil von uns
und sie verbindet
uns mit unseren Kindern ....
auf ewig

Trauer - unser Feind ???
Oder "nur" Ausdruck unserer Liebe ???

Dienstag, 21. Oktober 2014

Der Seelenvogel

(Quelle)

Eine Geschichte, in der es um unsere Seele und unsere Gefühle geht
und darum, wieder einmal mehr auf unsere innere Stimme zu hören.

Tief, tief in uns wohnt die Seele.
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiss, dass es sie gibt.
Und jeder weiss auch, was in ihr ist.

In der Seele, in ihrer Mitte,
steht ein Vogel auf einem Bein.

Der Seelenvogel.
Und er fühlt alles, was wir fühlen.
Wenn uns jemand verletzt,
tobt der Seelenvogel in uns herum;
hin und her, nach allen Seiten,
und alles tut ihm weh.

Wenn uns jemand lieb hat,
macht der Seelenvogel fröhliche Sprünge,
kleine, lustige, vorwärts und rückwärts, hin und her.

Wenn jemand unseren Namen ruft,
horcht der Seelenvogel auf die Stimme,
weil er wissen will, ob sie lieb oder böse klingt.

Wenn jemand böse auf uns ist,
macht sich der Seelenvogel ganz klein
uns ist still und traurig.

Und wenn uns jemand in den Arm nimmt,
wird der Seelenvogel in uns grösser und grösser,
bis er uns fast ganz ausfüllt.
So gut geht es ihm dann.

Ganz tief in uns ist die Seele.
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiss, dass es sie gibt.
Und noch nie, noch kein einziges mal,
wurde ein Mensch ohne Seele geboren.
Denn die Seele schlüpft in uns,
wenn wir geboren werden,
und sie verlässt uns nie,
keine Sekunde, solange wir leben.
So, wie wir auch nicht aufhören zu atmen
von unserer Geburt bis zu unserem Tod.

Sicher willst du wissen, woraus der Seelenvogel besteht.
Das ist ganz einfach. Er besteht aus Schubladen.
Diese Schubladen können wir nicht einfach aufmachen,
denn jede einzelne ist abgeschlossen
und hat ihren eigenen Schlüssel.
Und der Seelenvogel ist der einzige, der die Schubladen öffnen kann.
Wie?
Auch das ist ganz einfach: mit seinem Fuss.

Der Seelenvogel steht auf einem Bein .
Das zweite hat er, wenn er ruhig ist, an den Bauch gezogen.
Mit dem Fuss dreht er den Schlüssel
zu der Schublade um, die er öffnen will,
zieht am Griff, und alles, was darin ist, kommt zum Vorschein.

Und weil alles, was wir fühlen,
eine Schublade hat,
hat der Seelenvogel viele Schubladen.
Es gibt eine Schublade für Eifersucht
und eine für Hoffnung.
Es gibt eine Schublade für Enttäuschung
und eine für Verzweiflung.
Es gibt eine Schublade für Geduld
und eine für Ungeduld.
Auch für Hass und Wut und Versöhnung.
Eine Schublade für Faulheit und Leere
und eine Schublade für die geheimsten Geheimnisse.
Diese Schublade wird fast nie geöffnet.
Es gibt auch noch andere Schubladen.
Du kannst selbst wählen, was drin sein soll.

Manchmal sind wir eifersüchtig
ohne dass wir es wollen.
Und manchmal machen wir etwas kaputt,
wenn wir eigentlich helfen wollen.
Der Seelenvogel gehorcht uns nicht immer
und bringt uns manchmal in Schwierigkeiten...
Man kann schon verstehen,
dass die Menschen verschieden sind,
weil sie verschiedene Seelenvögel haben.

Es gibt Vögel,
die jeden Morgen die Schublade "Freude" aufmachen.
Dann sind die Menschen froh.
Wenn der Vogel die Schublade "Wut" aufmacht,
ist der Mensch wütend.
Und wenn der Vogel die Schublade nicht mehr zuschliesst,
hört der Mensch nicht auf, wütend zu sein.
Manchmal geht es dem Vogel nicht gut.
Dann macht er böse Schubladen auf.

Geht es dem Vogel gut,
macht er Schubladen auf, die uns gut tun.
Manche Leute hören den Seelenvogel oft,
manche hören ihn selten.
Und manche hören ihn nur einmal in ihrem Leben.
Deshalb ist es gut, wenn wir auf den Seelenvogel horchen,
der tief, tief in uns ist.
Vielleicht spät abends, wenn alles still ist....

( Michael Snunit und Na'ama Golomb
aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler)

Mittwoch, 27. August 2014

Du hast das Recht

Quelle: Dietrich Schneider  / pixelio.de

Du hast das Recht,
deine dunklen Stunden zu durchleben

Du hast das Recht,
deine dunklen Stunden zu durchleben
und dich nicht durch billige Sprüche
aus ihnen herauslocken zu lassen.
Schon der Versuch ist eine Entwürdigung
deiner inneren Wirklichkeit.

Du bist auch deine Dunkelheit.
Die Abgründe und Widersprüche
gehören auch zu dir.
Die Schatten geben deinem Leben
Tiefe und Menschlichkeit.
Wer mit dir in Beziehung tritt,
sollte wissen, dass diese Seite zu dir gehört.
Wer sie in dir ablehnt,
hat nicht das Recht,
sich dein Freund oder deine Freundin zu nennen.


Manche geben dir nicht das Recht
auf diese Seite in dir.
Sie erwarten, dass du sie unterschlägst
und das Glück vorspielst.
Vielleicht haben sie weniger Angst für dich
als für sich selbst, weil sie durch dich
an das Unoffene in sich selbst geraten.
Wenn sie darum dir helfen wollen,
geschieht es nicht, um dir zu helfen,
sondern sich selbst.

(c) Ulrich Schaffner

Montag, 25. August 2014

Erinnerungs-Spuren



Mit schweren, langsamen Schritten und voll Traurigkeit
gehe ich auf diese Tage zu ...
dein Geburtstag, dein Todestag.

Ich schließe die Augen und lausche in mich hinein
und langsam, behutsam und voller Scheu
tauchen Bilder von dir
in meiner Seele auf
Bruchstücke und mehr von Erinnerungen
von Momenten der Nähe und Zärtlichkeit
wenn wir uns an den Händen hielten
wenn deine staunenden Augen hineinschauten
in eine Welt, die dir voller Wunder war

Ich tauche hinab in die Zeit
als du noch hier warst und an meiner Seite gingst

Hast du nun das Licht gefunden
das ich nur so selten erkennen kann in meiner Trauer?
Darf ich dich im Licht erahnen
das doch manchmal hineinstrahlt in all die Finsternis?
Ja, ich erahne dich im Licht
im Leuchten der Sterne bei Nacht
und manchmal in der Sonne des Tages
Du fehlst mir – und das wird
und soll niemals mehr anders sein
Dein Platz bleibt leer ...

Deine Spuren, die durch meine Erinnerungen gewebt sind
helfen mir beim Weitergehen
und so soll das, was du mir immer bedeuten wirst
mir helfen auf meinem Weg aus der Dunkelheit heraus
den kleinen Lichtern entgegen.

(Ulrich Tietze)