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Sonntag, 25. Oktober 2015

10 Jahre ohne dich

Ich schreibe nur noch selten auf deiner Seite, besuche nur noch selten deinen kleinen Garten ... NEIN, du bist nicht vergessen, du begleitest mich nach wie vor jeden Tag, in meinem Herzen und meinen Gedanken. 
Oft wird es mir dabei ganz schwer ums Herz, gerade jetzt im Herbst wenn das Leben so schön bunt ist ... 



Trotzdem werde ich gerade heute ein paar Zeilen schreiben, auch wenn es mir nicht leicht fällt, mich noch öffentlich zu öffnen. Inzwischen habe ich verstanden, daß ich es keinem erklären kann, was ich erlebt habe und wie ich heute lebe, der es nicht selbst erlebt hat.
Ich habe mich auch dran gewöhnt, in erschreckte Gesichter zu sehen wenn ich von dir berichte ... ich habe erleben müssen was niemand erleben mag. Mit mir und meiner Geschichte ist der Schrecken einfach zu nah, zu real und auch mir selbst wird dann wieder bewußt das ich es irgendwie "überlebt" habe.  



Die dritte Kammer

In meiner Traurigkeit hat es ein wenig gedauert, bis ich sie entdecken durfte, eine dritte Kammer zwischen den beiden Herzkammern. In dieser kleinen Kammer im feinen Riss meines Herzens befindet sich nur so viel: ein behutsam kehrender Besen namens Hoffnung und ein weiches Staubtuch aus Vertrauen und Intuition.
Heute öffne ich diese kleine Kammer regelmäßig, um den Staub in meinem Herzen zu putzen und wieder eine klare Sicht (der Dinge) zu bekommen.

ღ Petra Franziska Killinger 



Sind es wirklich schon 10 Jahre her, seit Du uns verlassen hast und uns trotzdem noch durch unser Leben begleitest ?

Ich lebe seit 10 Jahren in einer anderen Beziehung zu Dir und freue mich an manchen Tagen über eine unglaubliche Nähe zu Dir. Es sind Gefühle und Momente, die ich gar nicht mehr versuche, anderen zu erklären und trotzdem reicht diese Nähe niemals aus. Auf Fotos von dir steht die Vergangenheit ewig still, du wirst nie älter als 13 Jahre, wie gerne würde ich auch sehen, wie Du Deinen Weg gehst. Ein lebenslustiger junger Mann, der bis 25 zu Hause wohnen bleiben wollte, um sich dann ein Haus und einen Hund zu kaufen. 



Erinnerung,
schöne Erinnerung an vergangene Zeiten.
Erinnerung an eine schöne Zeit,
eine schöne Zeit mit dir.
Erinnerungen zum Lachen, zum Träumen, zum Weinen.
Erinnerung an eine vergangene Wirklichkeit,
eine normale Wirklichkeit mit dir.
Erinnerungen, um dem Alltag zu entfliehen,
dem Alltag der wirklichen Wirklichkeit.
Für mich ist die Erinnerung schöner als die Wirklichkeit,
denn in der Wirklichkeit fehlst du!

Die Erinnerung holt dich zu mir, zu mir ins Jetzt.
Dadurch kann ich dir ganz nah sein,
auch wenn du in Wirklichkeit nicht mehr da bist.
Ich kann dich spüren.
Ich erinnere mich an die vielen Stunden,
die wir gemeinsam verbracht haben.
Ich rede in Gedanken mit dir und erzähle dir
von meinem Leben im Hier und Jetzt.
Ich hole das was war hierher.

Somit ist Erinnerung nicht Vergangenheit,
sondern Gegenwart.

ღ  Kerstin Gleißberg



Es gibt Zeiten, da fühle ich mich wieder lebendig und mag das Leben, aber es gibt eben auch die anderen Tage, wo jeder einzelne Tag ein Überlebenskampf ist. Inzwischen weiß ich aber, daß diese dunklen Zeiten auch wieder vorübergeben, aber sie kosten immer noch unendlich viel Kraft und Energie.

Und oft bist du immer noch der Wind in meinen Flügeln.

In liebe Mama 
 

Montag, 15. September 2014

Verlust

(Quelle: Nicole Le He /pirxelio.de)


Ein Gedicht mit dem Titel "Verlust" in den Stein gemeißelt.
Es hat drei Worte, aber der Dichter hat sie ausgekratzt.
Man kann Verlust nicht lesen, nur empfinden.

Was ist Verlust ?
Unwiederbringlich, Leere, Alleinsein, Vermissen, Traurigkeit, Schmerz, Trauer,
Dunkel, Tränen, Angst, Depression, Kälte, Seelenschmerzen, Sehnsucht

und unendliche Liebe.

Was ist Hoffnung ?
Lichtschimmer, Träume, Wärme, Sonne, Natur, Freunde, Worte, Gefühle, Halt,
Knospen, Glück, Gesundheit

und unendliche Liebe.

reicht die Hoffnung aus, den Verlust eines Menschen zu überstehen,
reicht die Liebe aus, um wieder zu "Leben".


Donnerstag, 4. September 2014

SeelenRegen


(c) 2014 Mme Lejeune


Schreie, die keiner hört,
nicht hören kann,
Schreie, die ich nicht höre,
nicht hören will...

Doch manchmal öffne ich
die kleine verschlossene Tür zu meiner Seele
und dunkle Bilder stürmen auf mich ein.

Diffuse Nebelmauern in einer dunklen Seelenhalle,
der Boden, ein Eismeer voll Einsamkeit.
Schattenschlieren kriechen über das Eis.

Mittendrin
ein kleiner frierender Junge,
der mich traurig, bitter ansieht.

Ich habe dich eingesperrt
und vergesse dich täglich dort,
lasse dich weiter frieren,
während meine Maske lacht und lebt.

Die wärmenden Tränen weg gesperrt,
Tränen die laufen,laufen, laufen
... nur in Gedanken

Es regnet in mir ...

Verlernt zu sprechen,
über Gefühle,
über Dinge, die mich plagen,
die meine Seele schreien lassen.

Die Schreie kommen nicht aus meinem Mund,
sie verbergen sich in
meinen Augen,
meinen Gedanken,
meiner Seele,
doch niemand nimmt sie wahr

Niemand sieht die Trauer in meinen Augen.
Nur ich kann sie fühlen,
sie schmerzt 

und leise verschliesse ich die Tür

(c)2014 Mme Lejeune